Gestern, am 31. Juli 2026 war die Abgabefrist für die Einkommenssteuererklärung für die Einnahmen aus 2025. Nach der Analyse der Geschäftszahlen aus meiner selbstständigen freiberuflichen Tätigkeit als Übersetzerin und Dolmetscherin wird es mir klar, die Hälfte des Geldes ist weg! So wie jedes Jahr. Die Hälfte dessen, was mir meine Kunden zahlen, muss ich dem Staat abgeben. Oder anders gesagt, die Hälfte des Jahres habe ich für die Steuern gearbeitet und dabei nichts verdient. Damit ist es aber nicht getan. Denn das bereits beim Verdienen versteuertes Geld wird beim Einkaufen (sog. Konsum) wieder versteuert, etwa beim Kauf der Lebensmittel, Kleidung, Familien- und Haushaltsbedarfs oder beim Tanken.
Die Steuern steigen progressiv – je mehr man verdient, desto mehr Steuern zahlt man. Die Lebenshaltungskosten steigen stetig. Die Verteuerung (Inflation) wird nicht angepasst. Das Sparen und Vermögensbildung wird erschwert. Die Rente ist nicht sicher. Lohnt es sich noch so viel zu arbeiten und den fetten Staat und seine aufgeblähte, ineffiziente und verschwenderische Verwaltung zu finanzieren? Das frage ich mich immer wieder. Die Steuern und Abgaben sind in Deutschland viel zu hoch. Wir brauchen mehr netto vom brutto.

Der Bund der Steuerzahler stellt zu der Situation der Arbeitnehmer fest: „Steuern und Abgaben finanzieren wichtige Leistungen – aber mehr als die Hälfte ist zu viel! Mit Steuern und Abgaben werden wichtige Leistungen finanziert. Zum Großteil fließen die Steuer- und Beitragszahlungen in Form von staatlichen Leistungen direkt oder indirekt an die Bürger zurück. Natürlich haben sie in der ersten Jahreshälfte nicht umsonst gearbeitet. Dennoch [legen die Daten und Zahlen] offen, dass immer noch mehr als die Hälfte des von Arbeitnehmern erwirtschafteten Einkommens staatlich umverteilt und verwaltet wird. Das schwächt Arbeitsanreize, belastet die Wirtschaft und stört das Gerechtigkeitsempfinden vieler Menschen. Deshalb fordern wir eine Diskussion darüber, ob die vielen Leistungen sowie die Systeme selbst effizient sind und die hohe Belastung gerechtfertigt ist.“
Die FDP fordert: „Es braucht deutliche Entlastungen bei Steuern und Sozialabgaben. Der Abbau der kalten Progression muss institutionell verstetigt werden. Die Anpassung des Steuertarifs an die Inflation darf kein Gnadenakt der Regierung mehr sein. […] Wir brauchen ein einfaches und faires Steuersystem.“